
Vom Hofgut zum Kulturzentrum
Niederprümer Hof in Schweich
Im Niederprümer Hof treffen Baugeschichte und kulturelles Leben aufeinander. Die ummauerte Anlage an der Hofgartenstraße erinnert an die früheren Hofgüter Schweichs. Heute führt sie zugleich zu zwei Menschen, deren Lebenswege weit über die Mosel hinausreichen: Stefan Andres und Johannes Maria Haw.
Ein Hof mit mittelalterlichen Wurzeln
Zwischen 1285 und 1296 erhielt das Benediktinerinnenkloster Niederprüm ein Hofgut in Schweich als Schenkung. Der Name bewahrt diese Verbindung. Für 1620 ist ein grundlegender Neubau überliefert; nach dem Dorfbrand von 1705 wurde die Anlage 1706 erneuert.
Die bauliche Geschichte ist an verschiedenen Fensterformen und älteren Mauerbestandteilen abzulesen. Der Hof ist damit besonders interessant, wenn du historische Gebäude als gewachsene Orte betrachtest. Nicht jede sichtbare Einzelheit gehört zur selben Bauphase.
Neue Aufgaben für ein altes Anwesen
1810 wurde der Hof im Zuge der Säkularisation versteigert. Später wechselte das landwirtschaftlich genutzte Anwesen mehrfach den Besitzer. 1973 erwarb die Gemeinde Schweich die Anlage. Nach der Renovierung wurde sie 1983 als Kulturzentrum eröffnet.
Diese Umnutzung bewahrt historische Substanz und gibt ihr einen öffentlichen Zweck. Wo früher Landwirtschaft und Verwaltung den Alltag bestimmten, werden heute Lebensgeschichten und Literatur vermittelt.
Stefan Andres und Johannes Haw
Die Ausstellungen widmen sich dem Schriftsteller Stefan Andres und dem Priester Johannes Maria Haw. Zur literarischen Sammlung gehören unter anderem Briefe, Manuskripte und Fotografien. Die Stefan Andres Gesellschaft betreut das literarische Erbe des Autors.
Für einen Besuch lohnt es sich, nicht nur die Räume, sondern auch den Hof als Ganzes wahrzunehmen. Gebäude und Ausstellungen erzählen zwei zusammenhängende Geschichten: die des Ortes und die der Menschen, an die hier erinnert wird.
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Das Kulturzentrum liegt an der Hofgartenstraße 26. Besichtigungen und Führungen bitte vorab mit der Einrichtung abstimmen. Verlässliche aktuelle Angaben findest du im Museumsportal und bei der Stefan Andres Gesellschaft.
TuS Mosella